Toxische Mitarbeiter - Bleiben Sie entspannt!

23.07.2021
Toxische Mitarbeiter - Bleiben Sie entspannt!
Toxische Mitarbeiter - Bleiben Sie entspannt!

Toxische Mitarbeiter, Choleriker, Giftzwerg, Lästerziege? In Ihrem Unternehmen treffen Sie auf so allerhand Gestalten, die den Arbeitsalltag vergiften. Wie gehen Sie mit toxischen Mitarbeitern am Besten um?

Gibt es bei Ihnen im Unternehmen auch den kleingewachsenen Giftzwerg mit Napoleon-Komplex? Oder die Lästertante, die kein gutes Haar an ihren Kolleginnen und Kollegen lässt? Den Witzbold, der sich bevorzugt auf Kosten anderer lustig macht oder den immer jammernden Griesgram?

Ja, im Unternehmen treffen Sie auf unterschiedlichste Charaktere und gewiss wird nicht jeder Ihrer Mitarbeiter zu Ihrem besten Freund. Ein gutes Arbeitsklima allerdings, ist für Ihre psychische und physische Gesundheit immens wichtig. Wie also gehen Sie mit jenen toxischen Mitarbeitern um, welche Ihren Blutdruck regelmässig in die Höhe jagen?

"Toxische Mitarbeiter" sind wahre Energiesauger

Bei dem Wort "toxische" Mitarbeiter werden Sie gewiss zustimmend nicken oder genervt mit den Augen rollen. Ja, jeder kennt diese Personen, die dem Betriebsklima einfach nicht gut tun.

Toxische Mitarbeiter

  • buhlen verzweifelt um Aufmerksamkeit.
  • fühlen sich schnell angegriffen oder verletzt.
  • sind emotional instabil und verhalten sich dadurch des häufigeren unprofessionell.
  • erschweren durch ihre emotionale Instabilität oder auch Macken und Angewohnheiten die Zusammenarbeit, lassen das Unternehmen langsamer und unproduktiver voranschreiten.
  • brechen häufig einen Streit vom Zaun, wo dieser nicht nötig wäre.
  • haben nicht immer ein Gefühl für Grenzen und überschreiten deshalb gerne einmal ihre Kompetenz und Zuständigkeit.
  • benötigen ständig Hilfe anderer.
  • nehmen viel aber geben wenig zurück.
  • hegen hohe Erwartungen an ihr Umfeld und sind enttäuscht oder beleidigt, wenn diese nicht erfüllt werden.
  • beharren auf ihrer Meinung und sind für keinerlei Diskussion offen, sie belehren gerne oder sind der klassische "Besserwisser", der mit Ratschlägen um sich wirft, aber selbst keinerlei Kritik verträgt.
  • verhalten sich manipulativ und verwenden Strategien, wie die emotionale Erpressung durch Schuldgefühle, um das zu kriegen, was sie wollen

Sie sehen: Toxische Mitarbeiter können vielerlei unterschiedliche Gestalten annehmen oder weisen manchmal gleich eine Mischung verschiedenster Charaktereigenschaften auf, die in ihrer Gesamtheit als belastend erlebt werden können.

Dass Sie einen Mitarbeiter als toxisch erleben, ist übrigens weit mehr als eine Floskel oder ein "dumpfes Gefühl". Tatsächlich konnten Wissenschaftler herausfinden, dass positive Menschen unser persönliches Glücksempfinden um bis zu 15 Prozent steigern können, während negative oder eben toxische Menschen dieses um sieben Prozent verringern. Fakt ist also, dass sich durch toxische Mitarbeiter die Kollegen im Arbeitsalltag um bis zu sieben Prozent unglücklicher fühlen. In Relation zu dem Fakt, dass ein gutes Arbeitsklima elementar wichtig für ein Wohlbefinden und die Produktivität ist, können Sie die Wichtigkeit dieses Themas erkennen: Wenn Sie lernen, richtig mit toxischen Mitarbeitern umzugehen und diese Negativität umzukehren, werden Sie fortan nicht nur sieben Prozent glücklichere Mitarbeiter haben, sondern auch gesündere und erfolgreichere.

Achtung: Lernen Sie zwischen Persönlichkeit und Phase zu unterscheiden

Wir möchten an dieser Stelle aber einen kleinen Exkurs einfügen, um Missverständnisse zu vermeiden. Beinahe jeder Mensch durchläuft schwierige Phasen und persönliche Krisen im Leben und kann dann auch einmal für einige Tage, Wochen oder sogar Monate in einen toxischen Zustand verfallen. Es wäre dann nicht fair, diesen Mitarbeiter abzustempeln. Auch Sie als Vorgesetzter wünschen sich schliesslich ein wenig Toleranz und Verständnis, wenn Sie einmal mitten in der Scheidung stecken oder Ihr pubertierendes Kind in die falschen Kreise abzurutschen droht. Es ist daher wichtig, dass Sie zwischen Mitarbeiter, die in einer toxischen Phase stecken, und Mitarbeiter mit einer toxischen Persönlichkeit zu unterscheiden lernen.

Geben Sie Ihrem Mitarbeitern daher immer wieder eine neue Chance, wenn diese einen Schritt auf Sie zugehen. Selbst eine toxische Persönlichkeit kann schliesslich reifen und sich zum Positiven verändern. Aber bis dahin gehen Sie eben zum Zwecke des Betriebsklimas ein wenig auf Abstand. Nur wie?

So handhaben Sie toxische Mitarbeiter

Zuerst einmal sollten Sie sich bewusst machen, dass toxische Mitarbeiter nichts Böses wollen oder sich bewusst gegen Ihr Unternehmen verschworen haben. Sie haben eine Menge persönlicher Probleme, zum Teil bis hin zu psychischen Störungen, und kämpfen im Endeffekt gegen ihre eigenen Dämonen. Das Unternehmen ist hierbei aber völlig austauschbar, denn diese Projektion lässt sich ebenso gut auf einen anderen Betrieb oder eine Abteilung übertragen. Dass sich ein Mitarbeiter toxisch verhält, dürfen Sie deshalb niemals persönlich nehmen. Ihr Gegenüber weiss es im Moment einfach nicht besser und kämpft schlussendlich gegen seinen Spiegel an. Na, fühlt sich schon angenehmer an, oder?

Andere Mitarbeiter schützen lernen

Wie bereits erwähnt, neigen toxische Menschen leider dazu, Grenzen zu überschreiten. Und so kann es sein, dass Ihnen trotz all der guten Vorsätze und der Spiegel-Metapher früher oder später der Kragen platzt, denn das Betriebsklima steht auf dem Spiel. Ein klärendes Gespräch und ein klares "Nein" kann schon ausreichen. Doch wenn nicht, so müssen Sie deutlicher werden. Sagen Sie ruhig aber bestimmt, was Sie nicht in Ordnung finden und weshalb, überzeugen Sie durch Fakten und sachliche Argumente und sagen Sie deutlich, wo die Toleranzgrenze liegt. Wichtig ist, dass Sie verstehen: Es geht nicht darum, Frieden zu stiften oder aus dem toxischen einen besseren Mitarbeiter zu machen. Dies wird nicht funktionieren!

Ihr Ziel ist es, dass er die persönlichen Grenzen respektiert und einhält, sodass Sie in Zukunft professionell und mit dem notwendigen Abstand neben- oder miteinander arbeiten können. Sollte dies aber alles nichts bringen, suchen Sie sich am Besten Hilfe bei einem Mediator.

Matina-Meredes Hilbeck

Gründerin SchweizerUnternehmen.ch

Ein Artikel in Zusammenarbeit mit Alina Giannone

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