Gedanken zum Transformationsjahr 2020 von Dr. Cornelia Nussle Achermann

03.01.2021

«Gottseidank, das Jahr 2020 ist vorüber» möchte man am liebsten denken und hoffen, dass mit dem 01.01.2021 der Spuk vorüber sein wird. Wird er aber nicht. Und das wissen wir genau.

Jede Person kann über das Ausnahmejahr 2020 eine eigene Geschichte erzählen, von traurig bis zu energiegeladener Aufbruchstimmung, von tiefem Entsetzen und Hoffnungslosigkeit bis zu Gefühlen des vertrauensvollen Wartens, von Gewinneinbruch bis geschäftlichen Erfolg. Viele Menschen sind an den Rand ihrer Belastbarkeit gekommen und/oder haben neue Chancen zu innerem Wachstum entdeckt.

Digitale vs. gesellschaftliche Transformation

In diesem Jahr, rückt die 'digitale Transformation' in den Hintergrund und macht in Wirklichkeit der 'gesellschaftlichen Transformation' Platz. Die Menschen sind auf sich selbst zurückgeworfen, sei es im Homeoffice, in der Quarantäne und im gesamten gesellschaftlichen Austausch. Aktivitäten sind gebremst und statt dem Turnverein, dem gemütlichen Feierabendbier mit Kollegen und den Geburtstagsfesten im Familien- und Freundeskreis werden die Wohnungen zur verkleinerten Welt, wo man näher und 24 Stunden lang zusammen oder gar alleine sitzt.

Das Wissen darum, dass viele Menschen in unserer Gesellschaft gesundheitlich, beruflich oder privat schlechte Karten gezogen haben, vermindert die Freude am eigenen Wohlergehen. Doch auch hier gibt es Lichtblicke: immer öfter sind Nachbarschaftshilfe, Bescheidenheit und Fürsorge füreinander zu erkennen. Das sind wunderbare Zeichen einer gesellschaftlichen Veränderung. Ich bin sicher, dass diese Veränderungen auch nach der Corona-Krise im Gedächtnis haften bleiben.

Transformation in Unternehmen

Kreativität und erweitertes Denken ist im Umgang mit Krisen das A&O. Neue Wege, neue Ideen, das bisher Ungedachte hervorholen und alles im Schatten Verborgene zum neu Sortieren ans Licht bringen. Hier kommt die ganz grosse Zeit für alle Berater mit hoher Intuition und Lösungsorientierung, Dank welcher mit Teams oder im Einzelsetting über den Tellerrand hinausgedacht werden kann. Allerdings schätzen das nicht alle Kunden, weil nach der Analysephase auch die Schwachstellen schnörkellos auf dem Papier stehen. Denn noch sind 'Fehlerkultur' oder 'Gewahrsein der Lücken' oft leere Worthülsen.

Menschen haben Furcht, ihre Gedanken zu öffnen, um daraus Brücken zu neuen Sichtweisen und Lösungen entstehen zu lassen. Aber erst daraus erwachsen die echten Chancen für langfristig rundum sinnstiftende Lösungen und diese sichern das Wachstum. Dieser Prozess muss aber mit Sensibilität und Respekt begleitet werden, sonst kehrt er sich ins Gegenteil von Wachstum und Erweiterung um.

Ich hoffe inständig, dass Sie alle heil durch diese Krise 2020 gekommen sind und kreative Wege und Lösungen für sich, Ihre Mitarbeitenden und Ihre Familie gefunden haben. Und wie auch immer das Jahr 2020 für Sie war, so wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen, dass Ihnen das Jahr 2021 neue Chancen und eine Aufbruchstimmung mit Bodenhaltung bringen mag, für Sie persönlich, Ihre Mitarbeitenden, Familien ja, für die ganze Gesellschaft. Besinnen wir uns auf Zuversicht und blicken wir neugierig auf das, was die kommenden Monate uns bringen werden. Das neue Jahre möge mit Optimismus und Achtsamkeit für Chancen und Risiken beginnen und reiche Frucht tragen.

Mit vorwärts gerichteten Grüssen

Dr. Cornelia Nussle Achermann

psycon gmbh - Ihre Spezialistin für

STRESSMANAGEMENT, COACHING

& TRAUMAVERARBEITUNG